Die Gärtnerei 

 
Wer zu uns kommt, darf sich keine Gärtnerei im klassischen Sinn vorstellen.
Glashäuser, Topfmaschinen und computergesteuerte Düngeanlagen gibt es bei uns nicht.
Für die Pflanzenvermehrung verwenden wir einfache Folienhäuser. Darin wird das Saatgut angebaut und Stecklinge bewurzelt. Noch als Jungpflanze übersiedeln sie ins Freiland und sind dort allen Witterungseinflüssen ausgesetzt.
Diese Pflanzen wachsen dann zwar langsam herann, sind aber robust und widerstandsfähig.
 

 Derzeit vermehren wir rund: 300 verschiedene Kräuter - vorwiegend winterharte Sorten, 60 verschiedene Gemüseraritäten sowie alte Sorten von Bauerngartenstauden.

Mehr Infos zu unserem Angebot auf der Seite `Sortiment & Preise`
 
So arbeiten wir
 
Biologisches gärtnern, ohne jeglichen Einsatz von künstlichen Düngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln ist für uns selbstverständlich.

Unser Bestreben ist, gesunde abgehärtete Pflanzen anzubieten, die bei unseren Kunden vital weiterwachsen und lange Zeit viel Freude und Ertrag bringen.

Lese dazu am Seitenende das `Beispiel Basilikum`

Die Kulturfläche, auf der die getopften Kräuter langsam heranwachsen, wurde so angelegt, dass in unmittelbarer Umgebung viele nützliche Helfer Nistmöglichkeiten und Unterschlupf finden.

- Heimische Wildsträucherhecke: Weißdorn, Schlehdorn, Hartriegel, Wildrosen, usw. liefern unseren Vögeln nicht nur Nahrung sondern auch gute Brutplätze. Die Jungvögel werden mit Insekten gefüttert, die sie in der Umgebung sammeln.

- Steinhaufen und Erdhöhlen: sind ideale Versteckmöglichkeiten für Kröten und Blindschleichen. Diese machen sich nachts auf die Suche nach Schnecken und Käfern.

- Reisig und Totholzhaufen: bieten nicht nur für den Igel sondern auch dem Laufkäfer Unterschlupf. Beide gehen nachts auf die Jagd nach Insekten und Schnecken.

- Angebohrtes Holz und hohle Stängel: z.B. von Himbeeren, Brombeeren, Holler, Sommerflieder, Schilf und Gräsern werden von Wildbienen als Kinderstube genutzt. In die Brutröhren werden zu den Larven auch gleich einige tote Läuse als Nahrungsvorrat mitgegeben. Diese werden in der unmittelbahren Umgebung gesammelt, und halten somit die Kulturpflanzen schädlingsfrei.

Durch den kleinflächigen Anbau und der bewussten Förderung der Nützlingsvielfalt ist praktisch keine Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten nötig. Lediglich die Schnecken machten  uns das Leben (Arbeiten) schwer. Deshalb haben wir die gesamte Kulturfläche mit einem Schneckenzaun umgeben. Aber auch Indische Laufenten helfen uns bei der Arbeit. 4 Enten haben es innerhalb von zwei Jahren geschafft, dass unser Garten und somit auch die Gärtnerei beinahe schneckenfrei ist.

 
 
Zum Schluss, ein kleines Beispiel - Basilikum aus einer herkömlichen Gärtnerei oder vom Ybbser Kräutergarten.

Basilikum ist eine schnellwachsende, tropische Pflanze, die bei idealen Bedingungen innerhalb von 3 Wochen verkaufsfertig ist.

Ideale Bedingungen sind Temperaturen um die 25°C, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Licht. In modernen Glashäusern ist es kein Problem solche Bedingungen herzustellen und innerhalb kurzester Zeit große Pflanzen in den Verkauf zu bringen. 

Wenn ich solche Pflanzen im Frühling ins Freiland setze, bekommen sie große Probleme. Der Boden und die Nachttemperaturen sind viel zu kalt, und die Pflanzen fangen zu kränkeln an. Gieße ich in dieser Phase einmal zuviel, habe ich kaum eine Chance die Pflanze noch zu retten. Nehme ich die Pflanze mit ins Zimmer, stimmen zwar die Temperaturen, aber es fehlt das Licht. Denn die Pflanzen werden im Gewächshaus meist auch noch künstlich belichtet, um das Wachstum vorannzutreiben.

Im Ybbser Kräutergarten kultivieren wir etwas anders.

1 - Bei uns dauert die Kultur mindestens um die Hälfte länger, da wir mit kühleren Temperaturen arbeiten, um die Pflanzen von Anfang an an mitteleuropäische Verhältnisse zu gewöhnen.

2 - Wir vermehren erst dann, wenn die natürlichen Lichtverhältnisse ein gesundes Wachstum zulassen.

3 - Bei uns gibt es Basilikumpflanze frühestens Anfang Mai - vorher sind die Freilandtemperaturen einfach zu kalt.

4 - Wir härten die Pflanzen ab - bevor sie in den Verkauf kommen haben sie einige Nächte mit Temperaturen unter 10°C ertragen müssen.

Übrigens - Basilikum liebt warme Füße - daher ist Topfkultur besser als das Auspflanzen im Garten. Ich setze es immer zu den Tomaten, die wir in großen Trögen auf der Terasse kultivieren.